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Pflichtteil nicht ausbezahlt: Prüfung vorbereiten

Rechtsexperte: Dr. Clemens Pichler, LL.M.
Pflichtteilsanspruch
17/09/2026

Nach einem Todesfall erhalten Sie keine Zahlung, nur eine unklare Abrechnung oder ein Angebot, das Ihnen zu niedrig erscheint? Bevor Sie einen Vergleich unterschreiben oder eine Klage überlegen, sollten drei Punkte getrennt geprüft werden: Besteht ein Pflichtteilsanspruch, wie wird er berechnet und wann kann die Zahlung verlangt werden? Diese Fragen lassen sich nicht allein anhand des letzten Kontostands beantworten.

Zuerst klären: Anspruch, Höhe oder Zahlung?

Der Pflichtteil ist grundsätzlich eine Geldforderung. Er bedeutet nicht automatisch, dass Ihnen ein bestimmter Gegenstand aus dem Nachlass gehört. Für seine Berechnung sind unter anderem die familiären Verhältnisse, die gesetzliche Erbquote, vorhandene letztwillige Verfügungen sowie der Wert der Verlassenschaft und ihre Schulden relevant. Auch frühere Schenkungen können eine Rolle spielen.

Eine ausbleibende Zahlung beweist daher für sich allein noch nicht, dass die Gegenseite rechtswidrig handelt. Ebenso wenig müssen Sie eine nicht nachvollziehbare Berechnung ungeprüft akzeptieren. Fälligkeit, mögliche Stundungen und Verjährung sind gesondert zu beurteilen. Lassen Sie diese Fragen früh klären, auch wenn Gespräche innerhalb der Familie noch laufen.

Diese Unterlagen erleichtern die Prüfung

Hilfreich sind das Testament oder andere letztwillige Verfügungen, Schreiben des Gerichtskommissärs, ein vorhandener Einantwortungsbeschluss und bisherige Korrespondenz mit den Erben. Notieren Sie das Todesdatum, Ihr Verwandtschaftsverhältnis und wann Sie welche Informationen erhalten haben.

Ergänzen Sie bekannte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten: etwa Liegenschaften, Konten, Unternehmensbeteiligungen oder Kredite. Vorhandene Bewertungen, Übergabsverträge und Informationen über Schenkungen sollten Sie ebenfalls anführen. Kennzeichnen Sie dabei, was dokumentiert ist und was Sie lediglich vermuten. Fehlende Unterlagen sind kein Grund, eine erste Abklärung aufzuschieben.

Ein Beispiel für einen typischen Streitpunkt

Angenommen, der Nachlass umfasst eine Wohnung, deren Wert die Erben nur grob schätzen. Schon die Bewertungsgrundlage kann das Ergebnis wesentlich beeinflussen. Für eine sinnvolle Prüfung ist deshalb wichtig, auf welchen Stichtag, Zustand und welche Unterlagen sich die Schätzung bezieht. Dieses vereinfachte Beispiel zeigt einen möglichen Prüfpunkt; es sagt nichts über das Ergebnis Ihres konkreten Falls aus.

Wie die nächsten Schritte aussehen können

Zunächst werden die verfügbaren Informationen geordnet und offene Fragen festgehalten. Danach lässt sich beurteilen, ob ergänzende Auskünfte, eine Bewertung, Verhandlungen oder ein gerichtliches Vorgehen sinnvoll sind. Neben der rechtlichen Position zählen die Beweislage, das Kostenrisiko und die tatsächliche Durchsetzbarkeit einer Forderung.

Eine Einigung kann Zeit und Belastung sparen. Sie sollte aber erkennen lassen, welche Ansprüche damit erledigt werden und ob noch offene Positionen betroffen sind. Unterschreiben Sie eine abschließende Erklärung erst, wenn Sie ihre Tragweite verstanden haben.

Termin zur Prüfung Ihres Pflichtteils

Die Pichler Rechtsanwalt GmbH unterstützt bei Pflichtteilsstreitigkeiten und der Abwehr unberechtigter Forderungen. Schildern Sie für eine Terminanfrage kurz den Streitpunkt, vorhandene Unterlagen und bekannte Fristen. Umfang und Kosten der gewünschten Prüfung werden vor der Beauftragung besprochen. Termine sind in Wien und nach Vereinbarung per Video möglich.

Pflichtteilsanspruch mit der Pichler Rechtsanwalt GmbH prüfen

Allgemeine Orientierung zum österreichischen Recht, Stand September 2026. Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, erfordert eine Prüfung des Einzelfalls.

Weiterführende amtliche Information: Allgemeines zum Pflichtteilsrecht auf oesterreich.gv.at.

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