Affäre in der Ehe: Wann sie vor Gericht entscheidend wird
- Rechtsexpertin: Dr. Ingrid Bläumauer
- Familienrecht
Um diese Themen geht es beim Video-Podcast:
In diesem Podcast erläutert die Rechtsanwältin Dr. Ingrid Bläumauer, dass ein Seitensprung in Österreich weiterhin als schwere Eheverfehlung gilt, sofern er zur Zerrüttung der Partnerschaft führt. Bereits ein respektloses Verhalten oder die Vernachlässigung des Partners zugunsten Dritter können rechtlich relevant sein. Die Klärung der Schuldfrage ist entscheidend für spätere Unterhaltsansprüche sowie die Übernahme der Prozesskosten. Betroffenen wird geraten, professionelle Hilfe durch Detektive oder Anwälte zu suchen und auf emotionale Racheakte zu verzichten, da diese rechtliche Nachteile nach sich ziehen können. Die Expertin betont zudem die Bedeutung einer lösungsorientierten Beratung oder Mediation, um die nächsten Schritte strategisch zu planen.
Affäre in der Ehe: Welche rechtlichen Konsequenzen drohen bei einer Scheidung?
Ist ein Seitensprung heute noch ein Scheidungsgrund?
Was zählt vor Gericht überhaupt als Affäre?
- Übermäßige Freizeit mit anderen: Wenn ein Partner seine Freizeit (z. B. jedes Wochenende) intensiv mit einer anderen Person verbringt, während der Ehepartner alleingelassen wird und sich gekränkt fühlt.
- Der Anschein einer Affäre: Wenn jemand den Anschein erweckt, eine außereheliche Beziehung zu führen, und den Partner darüber bewusst im Unklaren lässt.
- Verletzung der ehelichen Pflichten: Es gab bereits Fälle, in denen ein Ehemann sich abends zurechtmachte, ausging und seiner Frau auf Nachfrage lediglich entgegnete, dass es sie nichts angehe, wo er sei. Der Oberste Gerichtshof wertete dieses Verhalten als Eheverfehlung, da Ehepartner zu einem respektvollen und offenen Umgang miteinander verpflichtet sind.
Die Schuldfrage: Warum sie finanziell entscheidend ist
- Unterhaltsanspruch: Wenn der betrogene (also schuldlose) Partner deutlich weniger verdient, hat er grundsätzlich Anspruch auf nachehelichen Unterhalt.
- Prozesskostenersatz: Bei Scheidungen gilt das Erfolgsprinzip. Derjenige, der das überwiegende Verschulden trägt (der „Verlierer“), muss in der Regel die Anwalts- und Gerichtskosten der anderen Seite übernehmen.
„Die Ehe war doch schon vorher kaputt“ – Zählt das?
Verdacht auf Untreue: Was Sie jetzt tun sollten
- Das Gespräch suchen: Konfrontieren Sie Ihren Partner mit Ihrem Verdacht.
- Beweise sammeln: Wenn der Partner alles abstreitet, kann es sinnvoll sein, einen Privatdetektiv hinzuzuziehen.
- Rechtliche Orientierung: Wenden Sie sich frühzeitig an einen Rechtsanwalt für Familienrecht. In einem „Orientierungsgespräch“ können Sie Ihre rechtliche Situation klären und einen Stufenplan entwickeln, ohne sofort die Scheidung einreichen zu müssen.
WICHTIGE WARNUNG: Keine Racheaktionen!
Geprüft von rechtlichen Expert:innen
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